Plug and Charge und Roaming: Brauchen Sie beides?
September 25, 2025
Read time: 5 minutes
Autor: Shashank Mishra, Product Manager at eMabler

Kurze Antwort
Plug and Charge und Roaming ergänzen einander, statt zu konkurrieren. Jedes löst eine andere Ebene des Ladens von Elektrofahrzeugen. Roaming ist die Zugangsebene und erlaubt Fahrenden, mehrere Ladenetze über einen einzigen Vertrag zu nutzen, koordiniert über Plattformen wie Hubject oder Gireve. Plug and Charge ist die Ebene der Nutzung und ermöglicht die automatische Authentifizierung über digitale Zertifikate, sodass Ladevorgänge ohne App, RFID-Karte oder manuelle Schritte starten. Ohne Roaming liefert Plug and Charge reibungslose Ladevorgänge, aber nur in einem einzigen Netz. Ohne Plug and Charge bietet Roaming breiten Zugang, doch die Bedienung an der Ladestation bleibt uneinheitlich und fehleranfällig. Unter AFIR sind beide für Betreiber öffentlicher Ladeinfrastruktur in Europa faktisch strukturelle Anforderungen: ISO 15118-2 ist ab Januar 2026 für neue AC-Ladestationen verpflichtend, ISO 15118-20 ab Januar 2027.
Dieser Artikel behandelt jeden dieser Punkte im Detail.
Fahrende von Elektrofahrzeugen wünschen sich, dass Laden so einfach ist wie das Tanken eines Verbrenners. In der Realität wirkt der Vorgang jedoch oft zerstückelt.
Je nach Betreiber und Standort treffen Fahrende auf einen Flickenteppich aus Apps, Karten und Konten. Das wirft eine zentrale Frage auf: Spielt Roaming noch eine Rolle, wenn sich Plug and Charge immer weiter verbreitet?
Die kurze Antwort lautet ja. Plug and Charge und Roaming dienen unterschiedlichen Zwecken und funktionieren gemeinsam am besten. Das eine sorgt für eine reibungslose Authentifizierung, das andere für Zugang über mehrere Netze hinweg.
Wenn Sie Plug and Charge auf technischer Ebene verstehen möchten, beginnen Sie mit unserem Leitfaden zu Plug and Charge. In diesem Artikel betrachten wir Plug and Charge im Vergleich zu Roaming, erklären, wie sich beide ergänzen, und zeigen, warum jedes Ladegeschäft beides braucht, um die Erwartungen der Kundschaft zu erfüllen.
Was ist Roaming beim Laden von Elektrofahrzeugen?
Roaming erlaubt Fahrenden, über einen einzigen Vertrag mit ihrem Mobilitätsanbieter mehrere Ladenetze zu nutzen. Die Idee ist einfach: Statt sich bei dutzenden verschiedenen Ladepunktbetreibern (CPOs) anzumelden, laden Fahrende über ein einziges Abo in vielen Netzen.
Das funktioniert über Roaming-Vereinbarungen, oft koordiniert über Plattformen wie Hubject oder Gireve. Diese Vereinbarungen sorgen dafür, dass Netze die Kundschaft des jeweils anderen erkennen und die Abrechnung im Hintergrund abwickeln. Für Fahrende bedeutet das weniger Konten und weniger Aufwand.
Ohne Roaming würden Fahrten ins Ausland oder schon regionales Laden mehrere Anmeldungen und Zahlungsmethoden erfordern. Für E-Mobilitätsanbieter macht Roaming die Abdeckung erst ausbaufähig und für die Kundschaft attraktiv.
Plug and Charge vs. Roaming: Wo liegt der Unterschied?
Die Frage nach Plug and Charge im Vergleich zu Roaming kommt oft auf, weil beide das Laden vereinfachen, dabei aber unterschiedliche Ebenen betreffen.
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Roaming schafft Zugang. Es macht es möglich, dass Fahrende mit einem einzigen Abo verschiedene Netze nutzen.
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Plug and Charge schafft Einfachheit. Es macht den Vorgang an der Ladestation reibungslos, indem Karten, Apps und manuelle Schritte entfallen.
Sie können sich Roaming als die Vertragsebene und Plug and Charge als die Ebene der Nutzung vorstellen. Das eine ermöglicht Interoperabilität über Netze hinweg, das andere stellt sicher, dass jeder Ladevorgang reibungslos abläuft.
Warum Plug and Charge und Roaming beide nötig sind
Manche Betreiber sehen Plug and Charge und Roaming als Alternativen, doch sie lösen unterschiedliche Probleme. Wer eines weglässt, schafft Lücken, die Fahrenden sofort auffallen.
Mit Roaming, aber ohne Plug and Charge: Fahrende bewegen sich mit einem einzigen Vertrag über mehrere Netze, was bei Fernfahrten oder grenzüberschreitenden Strecken wertvoll ist. Die Bedienung an der Ladestation bleibt jedoch uneinheitlich. Ein Ladevorgang verlangt eine App, der nächste eine RFID-Karte, der dritte eine manuelle Zahlung. Jeder zusätzliche Schritt erhöht das Risiko eines Fehlschlags und frustriert eine Kundschaft, die Einfachheit erwartet.
Mit Plug and Charge, aber ohne Roaming: Das Laden wird reibungslos und automatisch, aber der Zugang bleibt auf ein einziges Netz beschränkt. Wer über dieses Netz hinaus fahren möchte, muss weitere Verträge abschließen oder riskiert, liegen zu bleiben. Das schränkt den Komfort ein und untergräbt das Gefühl von Freiheit, das Fahrende von Elektrofahrzeugen erwarten.
Werden beide kombiniert: Die Bedienung ändert sich vollständig. Fahrende schließen einen einzigen Roaming-Vertrag ab und nutzen dann die Plug-and-Charge-Authentifizierung an jeder kompatiblen Ladestation über Netze und Regionen hinweg. Der Zugang ist breit, und jeder Ladevorgang läuft reibungslos. Für Fahrende bedeutet das Sicherheit und Vertrauen. Für Betreiber bedeutet es mehr Nutzung, stärkere Bindung und geringere Supportkosten.
Praktische Auswirkungen für Betreiber und Mobilitätsanbieter
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Beides zu unterstützen schafft einen Dienst, der einheitlich statt zerstückelt wirkt.
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Fahrende müssen nicht mehr überlegen, welche App, Karte oder welches Netz sie brauchen. Laden funktioniert einfach.
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Eine einheitliche Bedienung fördert häufigeres Laden an Ihren Standorten und bremst die Abwanderung zur Konkurrenz.
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Die Kombination positioniert Ihr Geschäft als verlässlich, zeitgemäß und im Einklang mit der Regulierung.
Gemeinsam ergeben Roaming und Plug and Charge ein vollständiges Angebot: Roaming sorgt dafür, dass Fahrende überallhin gelangen, und Plug and Charge sorgt dafür, dass Laden immer gleich funktioniert.
Wie Plug and Charge und Roaming für Fahrende funktionieren
Stellen Sie sich Fahrende mit einem Roaming-Vertrag über ihren Mobilitätsanbieter vor. Auf einer Fahrt von Deutschland nach Frankreich halten sie an drei verschiedenen Ladenetzen.
Über Roaming wird der eine Vertrag, den sie halten, von jedem Netz erkannt, sodass der Zugang nie unterbrochen wird. Sie müssen sich nicht fragen, ob ihr Anbieter vor Ort eine Vereinbarung hat, denn es funktioniert bereits.
Gleichzeitig macht Plug and Charge jeden Ladevorgang mühelos. Sobald angesteckt wird, erkennen sich Fahrzeug und Ladestation sofort. Die Authentifizierung läuft automatisch, und die Abrechnung erfolgt im Hintergrund, ohne Apps, Karten oder zusätzliche Schritte.
Die Bedienung verbindet zwei Wertebenen: breiten Zugang durch Roaming und reibungslose Nutzung durch Plug and Charge. Fahrende konzentrieren sich auf die Reise statt auf den Ladevorgang, im Vertrauen darauf, dass ihnen derselbe Komfort über Grenzen und Netze hinweg folgt.
Geschäftliche Vorteile von Plug and Charge und Roaming für Betreiber
Für CPOs und Mobilitätsanbieter bringt die Unterstützung von Plug and Charge und Roaming greifbare geschäftliche Vorteile:
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Kundenbindung: Fahrende kehren zu Netzen zurück, die eine verlässliche, reibungslose Bedienung bieten.
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Geringere Supportkosten: Die automatische Authentifizierung verringert Abrechnungsfehler und fehlgeschlagene Ladevorgänge.
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Stärkere Abgrenzung: Beides anzubieten signalisiert Verlässlichkeit und Reichweite und positioniert Netze konsequent an der Kundschaft orientiert.
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Neue Erlöschancen: Die Verknüpfung von Plug-and-Charge-Vorgängen mit Roaming-Verträgen ermöglicht Treueprogramme, gebündelte Angebote und grenzüberschreitende Dienste.
Betreiber, die nur eines anbieten, riskieren, zurückzufallen. Wer beides unterstützt, wird zur ersten Wahl für Fahrende, die Wert auf Komfort und Abdeckung legen.
Plattformen für Plug and Charge und Roaming
Roaming-Plattformen wie Hubject haben Plug-and-Charge-Funktionen bereits in ihre Dienste eingebunden. Das zeigt, wie eng beide Konzepte verknüpft sind.
Sobald angesteckt wird, authentifiziert Plug and Charge den Ladevorgang über digitale Zertifikate. Hat die fahrende Person einen Roaming-Vertrag, verweist das Zertifikat über die Roaming-Plattform zurück auf den Heimatanbieter. Der gesamte Vorgang bleibt für Fahrende unsichtbar, doch Roaming und Plug and Charge arbeiten im Hintergrund zusammen.
Für Netze verringert diese Einbindung die Reibung bei netzübergreifenden Transaktionen. Für Fahrende sorgt sie dafür, dass jeder Ladevorgang zuverlässig startet, unabhängig vom Betreiber.
Plug and Charge und Roaming in der EU-Regulierung
Die Verordnung der EU über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) schreibt die Unterstützung von Plug and Charge vor:
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Ab Januar 2026 müssen alle neuen öffentlichen AC-Ladestationen ISO 15118-2 unterstützen.
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Ab Januar 2027 gilt die Anforderung für alle neuen oder modernisierten AC-Ladestationen, öffentlich wie privat, die ISO 15118-20 unterstützen müssen.
Roaming ist unterdessen bereits Teil des Regelwerks. AFIR verpflichtet Ladebetreiber, Ad-hoc-Zahlungen und interoperable Dienste zu ermöglichen, und unterstreicht damit die Bedeutung von Roaming-Vereinbarungen in ganz Europa.
Für Betreiber sind Plug and Charge und Roaming strukturelle Anforderungen, die jedes Ladegeschäft unterstützen muss.
Schritte für Betreiber, um Plug and Charge und Roaming zu unterstützen
CPOs und E-Mobilitätsanbieter, die sich auf Plug and Charge und Roaming vorbereiten, sollten Folgendes bedenken:
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Bereitschaft der Ladestationen: Prüfen Sie, ob die Hardware ISO 15118 unterstützt, oder planen Sie Nachrüstungen.
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Backend-Systeme: Stellen Sie sicher, dass die Plattformen digitale Zertifikate und Roaming-Transaktionen verwalten können.
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Sicherheitsprozesse: Richten Sie eine Steuerung für den Lebenszyklus der Zertifikate ein.
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Roaming-Vereinbarungen: Arbeiten Sie mit Plattformen wie Hubject oder Gireve zusammen, um die Abdeckung zu erweitern.
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Kommunikation mit der Kundschaft: Stellen Sie beide Funktionen als Teil eines hochwertigen, reibungslosen Ladeangebots dar.
Diese Schritte bereiten Betreiber auf die anstehenden regulatorischen Fristen vor und richten ihre Dienste an den Erwartungen aus, die die nächste Phase des Ladens von Elektrofahrzeugen prägen.
Fazit
Plug and Charge und Roaming lösen unterschiedliche Probleme, und gemeinsam schaffen sie das Ladeerlebnis, das Fahrende erwarten. Roaming sichert breiten Zugang über Netze hinweg, während Plug and Charge jeden Ladevorgang reibungslos macht. Für CPOs und Mobilitätsanbieter baut beides Bindung auf, senkt Kosten und schafft Chancen für neue Erlöse. Da die EU-Fristen Plug and Charge verpflichtend machen und Roaming bereits in der Regulierung verankert ist, sind beide unverzichtbar.
Bei eMabler machen wir es einfach, beides zu unterstützen. Unsere API-first-Plattform bindet sich an Roaming-Partner wie Hubject und Gireve an, verwaltet ISO-15118-Zertifikate und bringt Plug and Charge über Netze hinweg in die Breite.
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