Plug-&-Charge-Checkliste für Betreiber
September 30, 2025
Read time: 5 minutes
Autor: Shashank Mishra, Product Manager at eMabler

Kurzantwort
Wer sich auf Plug & Charge vorbereitet, muss neun voneinander abhängige Bereiche prüfen: Ladehardware nach ISO 15118, Backend-Systeme, die den Lebenszyklus digitaler Zertifikate verwalten, Sicherheits-Governance für den Umgang mit Anmeldeinformationen, Anbindung von Mobilitätsanbietern für eine durchgängige Abrechnung, Roaming-Verträge mit Plattformen wie Hubject und Gireve, Abgleich mit den AFIR-Fristen, die ab Januar 2026 ISO 15118-2 und ab Januar 2027 ISO 15118-20 verlangen, Kundenkommunikation und Planung des Erlebnisses, Vorbereitung der Teams in Support und Finanzen sowie ein Backend, das mit steigenden Volumen an Ladevorgängen mitwächst. Keine dieser Ebenen funktioniert für sich allein, und Lücken in einem einzigen Bereich unterbrechen den durchgängigen Ladevorgang für Fahrende. Diese Checkliste gibt Betreibern einen strukturierten Weg, um festzustellen, wo ihre Infrastruktur heute steht und was vor den regulatorischen Fristen zu erledigen ist.
Dieser Artikel behandelt jeden dieser Punkte im Detail.
Die Verbreitung von Elektrofahrzeugen schreitet schneller voran als der Ausbau der meisten Infrastrukturen. Inzwischen sind über 5 Millionen Elektrofahrzeuge auf Europas Straßen, und die Zahl steigt Jahr für Jahr steil an. Jedes dieser Autos braucht einen Ladevorgang, der zuverlässig funktioniert, ohne Apps, RFID-Karten oder umständliche Zahlschritte.
Deshalb wird Plug & Charge zum Standard der Branche. Mit ISO 15118 als Grundlage macht Plug & Charge das Laden sicher, automatisch und einfach für Fahrende. Für Betreiber, Einzelhändler und Mobilitätsanbieter ist Plug & Charge zugleich Komfort für Fahrende und regulatorische Pflicht, denn die AFIR-Fristen 2026 und 2027 machen es für neue öffentliche und private Infrastruktur verpflichtend.
Die Frage ist nicht mehr, ob man sich vorbereitet, das steht fest. Es geht jetzt darum, wie schnell Ihr Unternehmen bereit sein kann.
Wenn Sie verstehen möchten, was Plug & Charge ist und was es für Ihr Unternehmen bedeutet, beginnen Sie mit unserem Leitfaden zu Plug & Charge. Dieser Artikel gibt Ihnen eine Plug-&-Charge-Checkliste, mit der Sie Ihre Infrastruktur prüfen, Lücken erkennen und Aufrüstungen planen, damit Sie konform bleiben und sicher wachsen.
1. Ladehardware
Schlüsselfrage: Unterstützen Ihre Ladestationen ISO 15118?
Plug & Charge braucht Ladestationen, die mit ISO 15118 kompatibel sind. Viele ältere Ladestationen können das nicht. Selbst wenn die Hardware technisch kompatibel ist, sind unter Umständen Firmware-Updates nötig.
Punkte der Checkliste:
-
Prüfen Sie Ihren aktuellen Bestand an Ladestationen.
-
Stellen Sie fest, welche Ladestationen für ISO 15118 bereit sind.
-
Klären Sie mit den Herstellern, ob Firmware-Updates verfügbar sind.
-
Planen Sie den Austausch oder eine schrittweise Aufrüstung der inkompatiblen Geräte.
Warum es zählt: Ohne Ladestationen, die ISO 15118 beherrschen, funktioniert Plug & Charge nicht. Die Hardware ist die Grundlage der Einführung.
2. Backend-Systeme
Schlüsselfrage: Kann Ihre Plattform Plug-&-Charge-Ladevorgänge verwalten?
Die Authentifizierung bei Plug & Charge läuft über digitale Zertifikate. Ihr Backend muss den Lebenszyklus der Zertifikate verwalten können: ausstellen, prüfen, speichern und sicher widerrufen.
Punkte der Checkliste:
-
Prüfen Sie die Backend-Architektur auf ISO-15118-Unterstützung.
-
Bestätigen Sie die Anbindung an Zertifizierungsstellen.
-
Testen Sie die Abläufe für Erneuerung und Widerruf von Zertifikaten.
-
Prüfen Sie, ob das System mit steigenden Volumen an Ladevorgängen mitwächst.
Warum es zählt: Das Backend verbindet die Ladestationen mit den Mobilitätsanbietern. Ohne es scheitert die Authentifizierung und der Ladevorgang bricht ab.
3. Sicherheit und Zertifikate
Schlüsselfrage: Sind Ihre Sicherheitsprozesse bereit für Plug & Charge?
Plug & Charge bringt neue Sicherheitsanforderungen mit. Digitale Zertifikate müssen mit derselben Sorgfalt behandelt werden wie Zahlungsdaten.
Punkte der Checkliste:
-
Legen Sie Governance für die Verwaltung von Zertifikaten fest.
-
Schulen Sie die Teams im Umgang mit Schlüsseln und Anmeldeinformationen.
-
Richten Sie eine Überwachung auf Missbrauch und Ablauf von Zertifikaten ein.
-
Orientieren Sie sich an Branchenstandards für Verschlüsselung und Datenverarbeitung.
Warum es zählt: Schwache Sicherheit untergräbt das Vertrauen der Kundschaft und setzt Betreiber Konformitätsrisiken aus.
4. Anbindung der Mobilitätsanbieter
Schlüsselfrage: Lässt sich die Abrechnung über Plug & Charge durchgängig verbinden?
Für Fahrende ist Plug & Charge unsichtbar. Für Betreiber erfordert es Abstimmung mit den Mobilitätsanbietern, damit die Abrechnung von der Ladestation zum Vertrag der fahrenden Person fließt.
Punkte der Checkliste:
-
Bestätigen Sie die Anbindung an die wichtigsten eMobility-Anbieter.
-
Prüfen Sie die Abrechnungsabläufe für Plug-&-Charge-Ladevorgänge.
-
Stimmen Sie die Roaming-Verträge auf Plug & Charge ab.
-
Testen Sie die Genauigkeit der Abrechnung in Pilotumgebungen.
Warum es zählt: Ein einfaches Erlebnis für Fahrende hängt von einer korrekten Abrechnung im Hintergrund ab.
5. Roaming-Verträge
Schlüsselfrage: Unterstützen Ihre Roaming-Partnerschaften Plug & Charge?
Roaming-Plattformen wie Hubject und Gireve binden Plug & Charge bereits ein. Betreiber müssen bestätigen, dass ihre Roaming-Verträge und technischen Aufbauten bereit sind.
Punkte der Checkliste:
-
Prüfen Sie die bestehenden Roaming-Verträge.
-
Bestätigen Sie die Plug-&-Charge-Kompatibilität mit Plattformen wie Hubject und Gireve.
-
Klären Sie die Interoperabilitätstests mit den Roaming-Partnern.
-
Planen Sie die Kundenkommunikation zu Roaming und Plug & Charge gemeinsam.
Warum es zählt: Die Kundschaft erwartet sowohl Zugang als auch Einfachheit. Roaming schafft den Zugang, Plug & Charge die Einfachheit. Beides muss vorhanden sein.
👉 Lesen Sie mehr über Plug & Charge und Roaming.
6. Konformität mit den EU-Fristen
Schlüsselfrage: Erfüllen Sie die AFIR-Anforderungen?
Die Verordnung über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) setzt klare Fristen für Plug & Charge:
-
Ab Januar 2026 müssen alle neuen öffentlichen AC-Ladestationen ISO 15118-2 unterstützen.
-
Ab Januar 2027 gilt ISO 15118-20 für alle neuen oder erneuerten öffentlichen und privaten AC-Ladestationen.
Punkte der Checkliste:
-
Gleichen Sie Ihre Ausbaupläne mit den AFIR-Fristen ab.
-
Erkennen Sie Konformitätslücken in den aktuellen Aufbauten.
-
Erstellen Sie einen Zeitplan für Aufrüstungen und Austausch.
-
Binden Sie die Compliance-Teams ein, um regulatorische Änderungen zu verfolgen.
Warum es zählt: Plug-&-Charge-Konformität ist verpflichtend, und Verzögerungen bergen das Risiko von Strafen und Imageschäden.
7. Kundenerlebnis
Schlüsselfrage: Wie verbessert Plug & Charge die Erfahrung der Fahrenden?
Plug & Charge ist eine technische Aufrüstung, die zugleich das Erlebnis der Fahrenden direkt prägt.
Punkte der Checkliste:
-
Legen Sie eine Kommunikationsstrategie für den Start von Plug & Charge fest.
-
Binden Sie das Laden in Treueprogramme oder Einzelhandelsangebote ein.
-
Sammeln Sie Rückmeldungen der Kundschaft während der Pilotphasen.
-
Schulen Sie das Personal, um Fahrende bei Fragen zu Plug & Charge zu unterstützen.
Warum es zählt: Die Einführung gelingt, wenn die Kundschaft den Unterschied bemerkt. Klare Kommunikation und sichtbarer Nutzen fördern die Treue.
8. Betriebliche Abläufe
Schlüsselfrage: Sind Ihre Teams bereit, Plug & Charge zu betreiben?
Technik ist nur ein Teil. Auch Menschen und Abläufe müssen sich anpassen.
Punkte der Checkliste:
-
Schulen Sie die Support-Teams in den Abläufen von Plug & Charge.
-
Aktualisieren Sie die Wartungsprozesse für ISO-15118-Ladestationen.
-
Stimmen Sie die Finanzteams auf Änderungen bei Abrechnung und Verrechnung ab.
-
Dokumentieren Sie neue betriebliche Abläufe für den Ausbau.
Warum es zählt: Reibungslose Abläufe senken die Kosten und verhindern Servicelücken.
9. Wachstum
Schlüsselfrage: Wächst Ihr Technik-Stack mit der Verbreitung mit?
Wenn mehr Autos Plug & Charge unterstützen, steigen die Volumen der Ladevorgänge. Die Systeme müssen ohne Engpässe mitwachsen.
Punkte der Checkliste:
-
Testen Sie die Backend-Plattformen unter Last für höhere Volumen an Ladevorgängen.
-
Prüfen Sie die Leistung auf Ebene mehrerer Standorte und Regionen.
-
Planen Sie Aufrüstungen der Infrastruktur anhand von Bedarfsprognosen.
-
Beobachten Sie KPIs, um frühe Anzeichen von Belastung zu erkennen.
Warum es zählt: Wer mitwächst, bereitet die Netze auf langfristiges Wachstum ohne Unterbrechung vor.
Plug-&-Charge-Checkliste (Zusammenfassung)
-
Hardware: Bestätigen Sie, dass die Ladestationen ISO 15118 beherrschen, und planen Sie Aufrüstungen, wo nötig.
-
Backend-Systeme: Verwalten Sie den Lebenszyklus der Zertifikate, also ausstellen, prüfen und widerrufen.
-
Sicherheit: Schaffen Sie eine klare Governance für den Umgang mit digitalen Anmeldeinformationen und überwachen Sie Risiken.
-
Mobilitätsanbieter: Binden Sie die Abrechnung so an, dass Ladevorgänge direkt mit den Verträgen der Fahrenden verbunden sind.
-
Roaming: Stärken Sie Partnerschaften mit Plattformen wie Hubject und Gireve für breiten Zugang.
-
Konformität: Verfolgen Sie die AFIR-Fristen 2026 und 2027 und erfüllen Sie sie, um Konformitätslücken zu vermeiden.
-
Kundenerlebnis: Bauen Sie Kommunikation und Treuefunktionen rund um Plug & Charge auf.
-
Betrieb: Schulen Sie die Teams in Support, Finanzen und Wartung auf die neuen Plug-&-Charge-Abläufe.
-
Wachstum: Testen Sie die Systeme unter Last und rüsten Sie sich für steigende Volumen an Plug-&-Charge-Ladevorgängen.
Diese Checkliste zeigt die Bereiche, die jeder Betreiber vor dem Start von Plug & Charge prüfen muss. Jede Ebene greift in die andere, damit Fahrende einfach laden und Betreiber konform und effizient arbeiten.
Fazit
Plug & Charge macht aus dem Laden von Elektrofahrzeugen, das bisher zersplittert war, ein einfaches Erlebnis. Für Betreiber, Einzelhändler und Mobilitätsanbieter ist es zugleich eine Konformitätspflicht und eine geschäftliche Chance.
Diese Plug-&-Charge-Checkliste zeigt, dass die Einführung davon abhängt, dass Hardware, Software, Sicherheit, Roaming und Betrieb zusammenwirken.
Bei eMabler vereinfachen wir die Vorbereitung auf Plug & Charge. Unsere API-first-Plattform bindet sich an Hubject, Gireve und weitere Roaming-Partner an, verwaltet ISO-15118-Zertifikate und wächst über Netze hinweg mit. 👉 Möchten Sie sehen, wie bereit Ihr Unternehmen für Plug & Charge ist? Sprechen Sie mit uns!